Grettisvarða

Vatnsfjörður, historischer Bauernhof und Pfarrhof am gleichnamigen kleinen Fjord. Galt wegen seiner zahlreichen Nebeneinkünfte früher als eines der besten Güter des Landes. Zu den bekannten Ansässigen gehören Björn Einarsson, der bis nach Jerusalem reiste und seine Tochter Vatnsfjarðar–Kristín. Drei Pfarrer hintereinander verfasste Annalen. Der Pfarrer Hjalti Þorsteinsson (1665–1754) galt als bedeutendster Maler seiner Zeit. Um den Hof gab es mehr Rechtsstreitigkeiten als um jeden anderen in Island. Die Steinwarte Grettisvarða oberhalb des Hofes diente vermutlich als Wachtturm in der kriegerischen Zeit der Sturlunger. Hjallurinn, Trockenhütte in typischer Form für diese Region. In weiten Gebieten der Westfjorde finden sich günstige natürliche Steinplatten zum Aufschichten von Mauern und Wänden. Deshalb wurden hier häufiger Gebäude errichtet, die kaum oder gar keine Grassoden aufwiesen. Die Trockenhütte im Vatnsfjörður ist ein besonders groß und gut ausgeführtes Beispiel. Sie wurde um 1880 gebaut. 1976 wurde sie in die Liste der geschützten Kulturdenkmäler aufgenommen und noch im selben Jahr gründlich restauriert. Sie gehört zum Bestand des Nationalmuseums.