Hólar

Hólar, (Einw. 83) historisch bedeutendster Ort Nordislands. 89 Einwohner. Hólar war von 1106 bis 1798 einer der beiden Bischofssitze des Landes und ist seit 1986 Sitz des Weihbischofs. Die Domschule bestand von 1106 bis 1802. Eine Druckerei wurde von 1530 bis 1800 betrieben. Bedeutende Bischöfe in Hólar waren Jón Ögmundsson (1106–1121), Jón Arason (1524–1550) und Guðbrandur Þorláksson (1571–1627). Das wichtigste Werk des letztgenannten war der Druck der isländischen Bibel, Guðbrandsbiblía, die großen Anteil am Erhalt der isländischen Sprache hatte. Die heutige Domkirche wurde aus rotem Sandstein gebaut, der aus dem nahen Berg Hólabyrða gebrochen wurde. Sie wurde 1763 geweiht und ist die älteste Steinkirche Islands. Nach gründlicher Restaurierung wurde sie 1988 erneut geweiht. Der Pfarrer Benedikt Vigfússon ließ 1860 einen kleinen Hof aus Grassoden errichten. Dieser steht oberhalb auf der Wiese und heißt Nýibær. Er steht seit 1956 auf der Liste der denkmalgeschützten Gebäude und wird heute vom Nationalmuseum unterhalten. Vom 14. bis 18. Jahrhundert stand in Hólar ein Gebäude, das Auðunarstofa genannt wird. Es wurde kürzlich in einem Hain wiedererrichtet. Es ist ein Blockhaus mit Stabwerkkonstruktion und einem Grassodendach. In Hólar sind verschiedene historische Kulturgüter gekennzeichnet worden. Sowohl am Bischofssitz in Hólar als auch am früheren Handelsplatz Kolkuós wurden in den vergangenen Jahren archäologische Grabungen durchgeführt. Kolkuós diente dem Bischofssitz als Hafen. Es wird angenommen, dass die kleine Insel Elínarhólmi früher mit dem Land verbunden war und sehr gute Hafenbedingungen bildete. Die archäologischen Forschungen haben u.a. eine Schmiede zutage gefördert, in der Eisen produziert wurde. Heute werden eine Grundschule und eine Agrarfachschule in Hólar betrieben. Seit 1950 feiert man jährlich das Festival Hólahátíð. Während der Sommermonate sind geführte Wanderungen im Angebot, hierzu gehören auch Nacht– und Gespensterwanderungen.