Markarfljót

Markarfljót, mächtiger Gletscherfluss, dessen Hauptarm aus dem Mýrdalsjökull kommt. Zufluss aus Eyja­fjalla­jökull. Längster Seitenarm kommt aus Reykjadalir west­lich von Torfajökull. Länge 100 km, Wassereinzugsge­biet 1070 km2. Der mächtige Strom führt viel Kies und sogar größere Steine mit. Bis in die Mitte dieses Jahrhunderts überschwemmte er oft das Tiefland und richtete große Schäden in landwirtschaftlichen Nutz­gebieten an. Dämme wurden errichtet, um den Strom von Fljótshlíð, dem am meisten gefährdeten Gebiet, fortzuleiten. Heute kann man dank Wiederanpflanzungsmaßnahmen vereinzelt schon wieder grünen Be­wuchs auf der ehemaligen Schwemmebene sehen. Dem Volksmunde zufolge soll vor langer Zeit einmal ein Bauer einen getrockneten Rochen in den Fluss Þverá geworfen haben, um die Fluten der Markarfljót zu beruhigen. Der Rochen erwachte wieder zu Leben und wurde zu einem 12–15 m langen Ungeheuer, das die Flüsse Þverá und Markarfljót unsicher machte. Durchschnittliche Wasserführung 85 m3/s, die bei Hochwasser bis zu 3500 m3/s ansteigen kann. 252 m lange Brücke an der Straße Nr. 249 wurde 1934 gebaut. 1992 wurde die neue Brücke westlich von Selja­lands­múli in Betrieb genommen und die Hauptstraße nach Süden verlegt. Seit 1978 ist Markarfljót auch bei Emstrur im Landesinneren überbrückt.