Reykjanesbær

Reykjanesbær, (Einw. 14,137) war einst ein Fischerdorf, aber das ist schon lange her. Heutzutage liegt der Schwerpunkt eher auf der Industrie, der Dienstleistungsbranche – zum Beispiel im Zusammenhang mit dem internationalen Flughafen in Keflavík. Weiter auf dem Handelshafen in Helguvík und den Energiegewinnungsanlagen auf der Halbinsel Reykjanes. 1994 erhielt Reykjanesbær das Handelsstadtrecht, Keflavík bereits 1949. Das Gebiet Stadtmitte hat sich seitdem sehr zum Positiven verändert. Die Fassaden der Läden Duusverslun und des Fischersverslun stellen die alte Handelsmitte der Stadt dar. Die Hafenanlage davor war einst das Herzen Keflavíks. Der Jachthafen bei Gróf ist besonders schön. In einer kleinen Grotte hat es sich hier eine Menschenfresserin gemütlich gemacht – zumindest in der Geschichte von Herðís Egilsdóttir von Sigga und der Menschenfresserin im Berg. Im Yachthafen kann auch die Baldur KE 97 besichtigt werden, auch als „der Goldklumpen“ bekannt (1961), das erste isländische Schiff, das sogenannte am Heck montierte Schlepper („stern tow“) benutzte. Die Haupterwerbszweige in Reykjanesbær sind der Fischfang und die Fischverarbeitung, die Industrie, der Einzelhandel und der Tourismus. Im Ort befinden sich außerdem ein Krankenhaus, eine Ambulanz, ein Gymnasium, mehrere Kirchen, ein Sportzentrum, Einzelhandelsgeschäfte und Reiseveranstalter. Für Besucher besonders interessant: das Vatnaveröld–Erlebnisbad, das Wikingerschiff Icelander und eine Wikingerausstellung, die Orkuverið Jörð, „Kraftwerk Erde“–Ausstellung auf der Halbinsel Reykjanes, das Hljómahöllin Musikzentrum und das Duushús–Kulturzentrum in Reykjanesbær. In diesem Gebäude ist das Kunstmuseum von Reykjanes untergebracht, wie auch das Grímur Karlsson Bootsmuseum und wechselnde Ausstellungen des Heimatmuseums von Reykjanesbær. Auf dem Gelände der ehemaligen NATO–Base auf der Reykjanes Halbinsel befindet sich heute das Bildungszentrum Ásbrú mit den Einrichtungen Keilir („Atlantic Center of Excellence“), Eldey (ein Zentrum für neue Unternehmen) und einem Forschungszentrum für Energiewissenschaft. Mehrere Denkmäler schmücken die Stadt Reykjanesbær, darunter eine Statue des isländischen Premierministers Ólafur Thór, gefertigt von dem Künstler Áki Granz, ein Denkmal von Ásmundur Sveinsson zu Ehren der Seefahrer, die ihr Leben auf See verloren, und ein Denkmal zu Ehren des legendären Seefahrers Stjáni Blái von Erlingur Jónsson. In der Umgebung gibt es mehrere Wanderwege, in Bergin auch eine schöne Grünanlage. Wanderkarten sind in der Touristeninfornation erhältlich. Jedes Jahr Anfang September findet in Reykjanesbær das sogenannte Lichternacht–Kulturfest für Familien statt, Ljósanótt.