Þórkötlustaðahverfi

Grindavík, Stadt mit 2825 Einwohnern, Stadtrecht seit 1974. Haupterwerbszweige: Fischfang, Reederei und Fischverarbeitung. Die Siedlung teilt sich in drei Quartiere, Þórkötlustaðahverfi, Járngerðarstaðahverfi und Staðarhverfi. Das zuletzt genannte ist inzwischen verlassen, die anderen beiden bilden die Hauptsiedlung. In allen drei Siedlungsteilen wurden neuerdings Informationstafeln über ihre Geschichte aufgestellt. Der Hafen ist aufwendig ausgebaut, die Einfahrt dennoch schwierig. Der Ort verfügt über eine Kirche, eine Grundschule, das Gemeindezentrum Festi, ein Gesundheitszentrum, ein Schwimmbad und andere Sportanlagen. In Grindavík wurde seit Jahrhunderten Ruderbootfischerei betrieben. Diese hatte bedeutenden Anteil am Reichtum des Bischofssitzes in Skálholt. Im 16. Jahrhundert lieferten sich deutsche und englische Kaufleute einen harten Konkurrenzkampf um ihre Position in Grindavík. Am 11. Juni 1532 kam es zu bewaffneten Auseinandersetzungen, bei denen die Deutschen mit Unterstützung einiger Isländer 20 Engländer töteten. Dieses Ereignis markierte eine Wende in der isländischen Handelsgeschichte. Das sogenannte englische Jahrhundert war beendet. Die Hauptexportware war Salzfisch, d.h. getrockneter und gesalzener Kabeljau. Das Salzfischmuseum in Grindavík (Saltfisksetur) zeigt die traditionelle Verarbeitung sowie heutige Zubereitungsmöglichkeiten von Salzfisch. Man kann vor Ort kosten und Fisch kaufen. Im Museum wird auch das Informationszentrum betrieben, das Wanderkarten anbietet und über touristische Möglichkeiten und Dienstleistungen in der Umgebung informiert. In Grindavík steht ein Denkmal für ertrunkene Seeleute von Ragnar Kjartansson sowie ein Glaskunstwerk zum Thema Türkenraub von Einar Lárusson. Der sogenannte Türkenraub fand im 17. Jahrhundert statt, ausländische Piraten überfielen mehrere Landesteile von Island, plünderten sie aus und verschleppten die Einwohner als Sklaven. Im Stadtgebiet wächst die in Island seltene Acker–Kratzdistel. Der Sage nach soll sie entstanden sein, als das Blut der „Türken“ sich mit dem christlicher Menschen vermischte. 1931 sank der französische Trawler Cap Fragnet südlich der Landspitze Skarfatangi in der Bucht Hraunsvík. Bei der Rettung der 38 Seeleute wurden erstmals moderne Rettungsgeräte wie die Hosenboje verwendet.